Israelitische Kultusgemeinde München
und Oberbayern K.d.ö.R.



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Juden in München: Jüdische Gemeinde

Bereits kurz nach der Befreiung Deutschlands vom Terror des Nazi-Regimes wurde am 19. Juli 1945 im ehemaligen Altersheim Kaulbachstraße die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) neu gegründet, welche am 20. Mai 1947 die wiederhergestellte Synagoge in der Reichenbachstraße 27 einweihen konnte.

Ebenfalls kurz nach der Befreiung folgte die Rückkehr jüdischen Lebens in die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“, da München Auffangstation für „Displaced Persons“ (DPs) wurde. Somit kam in München viele Juden und Verfolgte der Nazi-Diktatur in Wohnquartieren für DPs unter. Nur ein Bruchteil stammte aus Konzentrationslagern. Viele kamen aus Osteuropa – darunter aber auch ein erheblicher Anteil an jüdischen Flüchtlingen aus ganz Europa. Für viele galt München aber nur als Zwischenstation auf ihrem Weg in die USA oder nach Palästina. Trotzdem hatte die Jüdische Gemeinde Münchens bereits im März 1946 wieder etwa 2800 Mitglieder. Allmählich wurde München für Juden auch wieder Heimat.

Die Jüdische Gemeinde hatte schließlich Ende der achtziger Jahre etwa 4000 Mitglieder und zehn Jahre später ungefähr 8000 Mitglieder. Bis 2006 stieg die Zahl immer weiter auf rund 11.000 Mitglieder an – insbesondere durch die seit den neunziger Jahren stärker gewordene Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Räume des Gemeindezentrums in der Reichenbachstraße genügten daher nicht mehr.

Dem Engagement von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Münchner Gemeinde und seit 2005 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist es zu verdanken, dass am 9. November 2006, genau 68 Jahre nach der Pogromnacht, in der auch die alte orthodoxe Synagoge Ohel Jakob zerstört wurde, die neue Hauptsynagoge Ohel Jakob (Zelt Jakobs) am Sankt-Jakobs-Platz in der Münchner Innenstadt eröffnet werden konnte. Die neue Synagoge ist Bestandteil des neuen Jüdischen Zentrums.

Im März 2007 konnt die IKG all ihre Einrichtungen (Jugend- und Kulturzentrum mit Jüdischer Volkshochschule, Sozialabteilung etc.) im Gemeindehaus im Jüdischen Zentrum am Jakobsplatz zusammenführen, nachdem diese vorher über ganz München verstreut waren.

Zudem ist hier seither auch das Jüdische Museum München in städtischer Trägerschaft. Es ist auch ein Verdienst Charlotte Knoblochs, dass dieses Jüdische Museum ein Teil des neuen Jüdischen Zentrums wurde, da ihr Einsatz für die Einrichtung eines solchen Museums eine wichtige Antriebsfeder hierfür war. Davor gab es lediglich ein Provisorium in Form einer kleinen Ausstellung zur jüdischen Geschichte und Kultur im ehemaligen Gemeindezentrum (Reichenbachstraße).

Inzwischen hat die IKG die nötige Infrastruktur, um den Erhalt jüdischer Traditionen und die Religionsausübung zu gewährleisten. Dies umfasst in München drei Synagogen, ein koscheres Restaurant, eine koschere Metzgerei, zwei Mikwaot (rituelle Tauchbäder), ein Kindergarten, eine Grundschule mit Hort, ein Seniorenheim, ein Jugend- und Kulturzentrum mit Bibliothek und jüdischer Volkshochschule sowie eine Integrationsabteilung für Neuzuwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, eine Sozialabteilung und zwei Friedhöfe: der alte israelitische und der neue israelitische Friendhof. Die IKG beheimatet als Einheitsgemeinde jüdische Mitglieder sämtlicher religiöser Ausrichtungen und wird entsprechend dem jüdischen Religionsgesetz, den Regeln der Halacha, geführt.

Neben der orthodox geführten Einheitsgemeinde gibt es in München die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom, die bis 2005 von Jan Mühlstein geleitet wurde. Es wird diskutiert, eine Synagoge in der Reitmorstraße im Lehel zu bauen, nachdem zunächst der Standort der alten Synagoge in der Westenriederstraße im Gespräch war. Architekt soll Daniel Libeskind sein.

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Quelle: wikipedia


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